Deniz Uzun, derzeit Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich, erhält als Mezzosopran Anerkennung in der Opernwelt für ihre eindrucksvollen Auftritte und ihren warmen expressiven Stimmklang.

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Deniz Uzun gab ihr erstes Konzert im zarten Alter von 6 Jahren. Von klein auf gefördert, fanden ihre Auftritte regelmäßig sowohl auf der Opernbühne des Nationaltheater Mannheims als auch bei Konzertveranstaltungen im In-und Ausland statt. Mit 16 folgte ein Vorstudium an der Hochschule für Musik in Karlsruhe bevor sie ihr Lied- und Konzertstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Mannheim abschloss. Seit 2013 arbeitet die Mezzo-Sopranistin zusammen mit Oylun Erdayi an ihrer stimmlichen Weiterentwicklung sowie seit 2020 mit Sherman Lowe.


Im weiteren Verlauf ihrer Karriere ermöglichten ihr die Friedrich-Ebert-Stiftung und ein Fellowship der Georgina Joshi Foundation ein Studium an der Jacobs School of Music in Bloomington, Indiana. Dort erhielt sie im Jahre 2015 ein Artistic Diploma unter der Federführung von Prof. Carol Vaness. Ihre ersten Erfolge feierte sie mit den Partien „Isabella" in L’Italiana in Algeri und „Ruggiero“ in Alcina.


Einen weiteren Einblick in die Berufswelt erhielt Deniz an der "Internationale Meistersinger Akademie" in Neumarkt i.d.OPf, geleitet von Edith Wiens. Ferner wurde sie schon während ihres Studiums regelmäßig vom Festspielhaus Baden-Baden engagiert, zunächst im Young Artist Programm zusammen mit der Berliner Philharmonie in der Produktion Cendrillon, später in der Neuproduktion von Rolando Villazons La Traviata und in der Titelrolle L ́Italiana in Algeri für Kinder.


Zurück in Europa wurde sie Mitglied des Opernstudios an der Bayerischen Staatsoper. Hier zeigte sich früh, dass sie sich Ihrer schauspielerischen Möglichkeiten sehr bewusst ist. Die Interpretation der „Florence Pike“ in einer Neuproduktion von Albert Herring wurde in einer Rezension der Süddeutschen Zeitung folgendermaßen beschrieben: „Uzun [...] verfügt über eine schon irritierende Präsenz. Auf sie achtet man immer, hören tut man sie eh, ihre Altstimme ist nah am Phänomen, prägnant, klar und von einem Volumen, das man dem schlanken Körper nicht zutraut.“


Die junge Mezzosopranistin war zwischen der Spielzeit 2016/17 und 2020/21 Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich und auch hier brillierte sie in Titelrollen wie „Hänsel“ in Hänsel und Gretel, „L'Enfant" in L’Enfant et les Sortilèges, „Ronja“ in Ronja die Räubertochter, „Jacob“ in Gold, „Lucilla“ in Scala die Sieta, „Zelim" in Vivaldis selten gespielter Oper La Veritá in Cimento, ebenso wie in Lady Macbeth von Mzensk als "Sonyetka" und als „Krista“ in Vec Makropulos. Ein weiterer Höhepunkt war ihre Rolle als „Ino" in der Produktion Semele mit Cecilia Bartoli in der Titelrolle. Im Rahmen des pandemiebedingten Alternativprogramms des Opernhauses Zürich gab sie in der Spielzeit 2020/21 drei umjubelte Liederabende mit dem Titel opera goes folk.


Gastengagements führten sie zu den Opernfestspielen der Bayerischen StaatsoperSalzburger Festspielen, zur Tel Aviv Oper mit dem Ballet Zürich und zum neuen Jūrmala Festival in Lettland unter der Leitung von Aleksandrs Antonenko, sowie zu Konzerten mit dem Symphonieorchester ZypernStiftung MozarteumDänischer Rundfunk, Dallas Symphonieorchester und dem Bayerischen Rundfunk.


Deniz Uzun ist Preisträgerin mehrerer internationalen Wettbewerbe, zuletzt erhielt sie 2021 den Eva Marton Preis im 4. Eva Marton Wettbewerb in Budapest sowie den Elena Obraszova Preis im 58. Tenor Viñas Wettbewerb in Barcelona. Sie erhielt zwei Spezialpreise, die Konzert- und Opernengagements beinhalteten als einzige Mezzosopranistin im Internationalen Hans-Gabor-Belvedere Wettbewerb 2018. 2015 war sie in den Grand Finals der Metropolitan National Council Auditions - als erste türkischstämmige Teilnehmerin im Finale des Wettbewerbs wurde sie zudem 2016 von der Semiha Berksoy Foundation mit dem „Best Young Singer“-Preis in Istanbul und dem „Leyla Gencer Preis (Golden Orphée)“ der Académie Nationale du Disque Lyrique in Paris ausgezeichnet.

 

Die Saison 2021/22 beinhaltet für Deniz aufregende Rollen- und Hausdebüts in Titelpartien wie Dido in Dido und Aeneas am Teatro Massimo in Palermo, dirigiert von Gabriele Ferro in einer Neuproduktion von Lorenzo Amato, es folgt konzertant die Titelpartie Zanetto (Mascagni) in einer privaten Tourproduktion, die in Zürich startet und im Frühling debütiert Deniz am Landestheater Salzburg in der Titelrolle Carmen, eine Neuproduktion inszeniert von Jacopo Spirei und dirigiert von Gabriel Venzago. Ebenso kehrt Deniz konzertant an die Dallas Symphonie zurück als Olga (Eugen Onegin) an Seite von Nicole Car und Etienne Dupuis, unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi.

Deniz wird als Finalistin des angesehenen Pariser Oper Wettbewerb 2022 im Palais Garnier auftreten, in der sie Szenen aus verschiedenen Werken interpretiert unter der Regie von Florence Alayrac und der Begleitung des Prométhée Orchesters dirigiert von Pierre Michele-Durand.

Mit Beginn der Saison 2022/23 wird sie dem Ensemble der Komischen Oper Berlin angehören und dort in Rollen wie Dorabella (Così fan tutte), Una Donna (Intolleranza 1960) und Oreste (La Belle Hélène) debütieren. Zukünftige Gast Engagements beinhalten Rollendebüts als Orlofsky (Die Fledermaus), Luigia (Viva La Mamma) und Fricka (Rheingold und Walküre).

Im Verlauf ihrer Karriere hat Deniz bereits mit namhaften Dirigenten wie Fabio Luisi, Marco Armiliato, William Christie, Paul Daniel, Tomáš Hanus, Jakup Hrůša, Vladimir Jurovski, Gianandrea Noseda, Kirill Petrenko, Vasily Petrenko, Nello Santi Markus Poschner, Simone Young und Franz Welser-Möst gearbeitet, als auch mit Regisseuren wie Calixto Bieito, Robert Carsen, Jan Essinger, Andreas Homoki, Barrie Kosky, Nina Russi, Dmitri Tscherniakov und Krzysztof Warlikowski.

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"EiNE BEREiCHERUNG FÜR DAS ENSEMBLE"

„Deniz Uzun, konnte einmal mehr beweisen, was für eine Bereicherung Sie für das Ensemble ist.“

das opernmagazin

MUSiKALiSCHE EiNFLÜSSE

Deniz beschäfigt sich bis heute intensiv mit der Gattung „Lied“, hierbei insbesondere mit dem französischen, deutschen und russischen Lied. In ihrer Freizeit liebt sie es, Umbesetzungen auszuprobieren, wie z.B. Lieder von Schubert und Ravel mit Harfe und Werke von Bizet, Caccini und de Falla mit Gitarre. Ihre musikalische Laufbahn wurde zudem insbesondere durch zeitgenössische Musik geprägt, z.B. durch die Uraufführung im Jahre 2004: Bis ins Unendliche von Rolf Rudin nach Briefen von Vincent van Gogh und später durch die Werke von Aribert Reimann, Wolfgang Rihm und Christian Dachez. Außerdem führte sie im Jahre 2017 „13 Lieder nach Postkarten“ geschrieben von Jurek Becker und komponiert von Miroslav Srnka in Konzerten in München und im Jahre darauf am Salzburger Mozarteum auf.


Seit frühester Jugend bezieht sie ihre Inspiration allerdings nicht nur aus der klassischen Musik, sondern auch von Bands wie Air, Radiohead und System of a Down. Darüber hinaus ließen sowohl Klänge osteuropäischer Volksmusik, darunter auch Türkische Volkspoesie, als auch jiddischer und sephardischer Lieder ihr musikalisches Repertoire wachsen. Ihre Leidenschaft für Weltmusik fand in den Jahren 2009 bis 2013 einen Höhepunkt durch zahlreiche Auftritte mit ihrer internationalen Band Alyuvar.


Eine musikalische Laufbahn wie die ihre wäre ohne die Unterstützung der folgenden Mentoren nicht möglich, daher gilt an dieser Stelle: Oylun Erdayi, Annette Grossmann, Snezana Stamenkovic, Wolfgang Brendel, Andreas Poulimenos, Corradina Caporello, Kevin Murphy, Edith Wiens, Tobias Truninger, Carrie-Ann Matthesson und Yulia Levin besonderer Dank.

DENiZ UZUN

 
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